Klosterkirche

Klosterkirche

Durch die Säkularisation 1802/1803 fielen Kloster und Rundkirche in weltlichen Besitz. Vor dem 1. Weltkrieg (1908) wurden an der Klosterkirche bereits Restaurierungsarbeiten vorgenommen. Unter Pfarrer Freund schenkte der Fürst von Castell, als Besitzer des Klosters die Propsteikirche der Kirchengemeinde Holzkirchen. Es wurde auch eine Kreiskollekte für die Renovierung der Kirche gehalten.

 

Doch alle Mittel reichten wahrscheinlich nicht aus, die Kirche vollständig zu renovieren, denn die Kirche wurde bis 1933 als Scheune verwendet. Von der ursprünglich barocken Ausstattung der Kirche ist leider außer der Stuck-Kuppel, die vor 1914 renoviert wurde, nichts mehr erhalten geblieben. Als ab 1933 wieder Gottesdienst in der Klosterkirche gehalten werden konnte, wurde sie auch von Bischof Mattias neu geweiht. Es waren nur die steinernen Sockel der ehemaligen Barockaltäre noch vorhanden. Die Kirche wurde notdürftig hergerichtet, der Steinsockel des Hochaltars mit Holz verkleidet.

 

Pfarrer Freund erwarb einen barocken Holztabernakel mit darüber befindlichem Thronus zur Aussetzung des Allerheiligsten, der auf dem Altar gestellt wurde.

Der Ursprung desselben ist nicht bekannt. Da die Finanzen es nicht erlaubten, ein neues Gestühl anzuschaffen, begnügt man sich, die aus der St. Laurentius-Kirche in Marktheidenfeld stammenden alten Bänke zu erwerben und auszubessern.

 Grossansicht in neuem Fenster: Alte Steintafel an BN Rundkirche

1964 erwarb die Kirchenstiftung den an die bisherige Sakristei anschließenden Teil des Klosterbaues, der zwischen Kirche und Prälatenbau dachmäßig abgesetzt wurde. Im Zuge der Klosterrenovierung wurden diese Räume ebenfalls hergerichtet.

 

Im Erdgeschoß befinden sich 2 Sakristeiräume, darüber eine Bühne, die mit dem Gemeindesaal verbunden ist und ein Raum für die Pfarrbücherei. 65.000,- DM wurden vom Bischöflichen Ordinariat dafür gegeben. Eine Renovierung der Klosterkirche war im Zuge der Wiederherstellung der Klostergebäude vorgesehen. Doch wurde diese vorgezogen, da im Januar 1969 sich ein Stück vom Stuck der Kuppel löste. Das Landesamt für Denkmalpflege ordnete daraufhin eine Untersuchung der Kuppel an. Herr Architekt Eugen Altenhöfer, der die Arbeiten am Kloster leitete, wurde damit beauftragt. Da sich die Klärung der Finanzierung dieses Unternehmens verzögerte, konnte erst im Spätherbst das Gerüst gestellt werden. Einige Tage, nachdem dies geschehen war, brach winterliche Kälte herein, sodass die Arbeiten erst nach Ostern 1970 begonnen werden konnten. Inzwischen stiegen jedoch die Lohnkosten beträchtlich. Was in Eigenleistung übernommen werden konnte, wie Grabarbeiten für die neue elektrische Anlage, teilweise neuer Bodenbelag und Neugestaltung des Sandstein-Altarpodiums, wurde, dank der eifrigen Mithilfe von den Gemeindemitgliedern, selbst erstellt. Die vorher farbig bemalte Kuppel ist entsprechend ihrer ursprünglichen Fassung restauriert worden: Der Stuck in Weiß, der Untergrund graugrün. Beim neuen Gestühl der Kirche verzichtete man auf den Mittelgang, um an den Seiten mehr Platz zu schaffen. Die barocken Stuhlwangen aus Eichenholz stellte das Bischöfliche Bauamt aus der alten Kirche zu Versbach, bei Würzburg, zur Verfügung. Sie wurden restauriert und für die neuen Bänke verwendet, in die man eine elektrische Heizung einbaute.

 Grossansicht in neuem Fenster: Holzkirchen - Steinrelief in der Kirche

Um den Kirchenraum den Anforderungen der Liturgiereform entsprechend zu gestalten, nahm man die steinernen Altarsockel heraus. Der barocke Tabernakel wurde erneuert und auf einem Sandsteinsockel frei aufgestellt. Ein gewisses Problem stellte die Gestaltung des Altarraumes dar. Da kein passender Barockaltar gefunden werden konnte, entschloss man sich zur jetzigen Lösung. Hierbei wurde die alte Altar-Holzverkleidung für einen Zelebrationsaltar verwendet und entsprechend ergänzt. Zugleich mit der Innenrenovierung wurde die Rundkirche auch außen erneuert. Die Gesamtkosten beliefen sich auf ca. 123.000,- DM, die durch kirchliche und staatliche Zuschüsse, durch Spenden der Gläubigen und Darlehensaufnahme gedeckt wurden. Weihnachten 1970 stand das Gotteshaus in neuem Glanze wieder für die gottesdienstliche Feier zur Verfügung. Die Farb- und Putzarbeiten wurden von der Fa. Fuchs, Würzburg, ausgeführt. Wenn, bei Vorhandensein von größeren finanziellen Mitteln, manches hätte in der Gesamtrenovierung verbessert werden können, so glaube ich sagen zu dürfen, dass diese ganz gut gelungen ist.

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